Bürgern ist aktuelle Wirtschaft vor Ort näher als Europa



v.l.n.r.: Folke Schmelcher (MIT), Gerhard Mayer (Europa-Union), Gaby Römer (Haaner Werbegemeinschaft/Felsenquelle), Michaela Noll (MdB), Heiner Fragemann (VHS), Helmut Römer (Haaner Felsenquelle), Marlies Götze (CDU)


Wenn es um die Zukunft der Wirtschaft und damit verbunden um soziale Sicherheit und sichere Arbeitsplätze geht, dann muss man die Politikerinnen und Politiker zu Gesprächen an die Produktionsstätten holen. Dazu hatten gleich mehrere Haaner Verbände die Bundestagsabgeordnete Michaela Noll eingeladen. Gerhard Mayer (Vors. Europa-Union), Marlies Götze (Vors. CDU- Haan), Folke Schmelcher (Vors. Mittelstands-u. Wirtschaftsvereinigung), Gaby Römer (Vors. der Haaner Werbegemeinschaft) und die VHS Hilden-Haan (stellv. Leiter Heiner Fragemann) konnten die Haanerin in Berlin in der Haaner Felsenquelle zu „Europäischen Gesprächen“ begrüßen. 

Fast zwei Stunden stand die Bundestagsabgeordnete an diesem ungewöhn- lichen Veranstaltungs- ort, eingerahmt von LKW´s und meterhohen Türmen von Mineralwasserkästen hinter einem Rednerpult aus blauen Wasserkästen den ca. 70 Besuchern  Rede und Antwort zum Thema

Vom Wirtschaftswunder zur Stagnation? - 
Ohne gesunde Wirtschaft vor Ort kein Wachstum in Europa“. 

Europa stand nicht im Mittelpunkt der Diskussion. Da half auch nicht der Einwand von Fritz Köhler, sich auf das Thema zu besinnen oder der Hinweis von Frau Dr. Pohler, die als Juristin bei einem großen Mobilfunkunternehmen arbeitet, und die deutlich machte, dass man als Wirtschaftsunternehmen an Europa nicht vorbeikommt. Gerd Holberg (CDU) sagte: „Der Europäische Zug läuft und ist zum Glück nicht mehr aufzuhalten. Schade ist  nur, dass Deutschland am Anfang  wirtschaftlich an der Spitze dieses Zuges war und jetzt am Ende.

Auch Frau Noll mahnte an, dass der Europa-Gedanke transparenter werden muss. Doch viel zu nah sind den Bürgern die aktuellen wirtschaftlichen Probleme vor Ort. Die Bundestagsabgeordnete war besorgt um die Höhe der Insolvenzen von mittelständischen Betrieben, was Udo Greeff, (Stellv. Vors. MIT) auch mit beeidruckenden Zahlen belegte: „Jede Arbeitsstunde werden in Deutschland 20 Unternehmen insolvent“. Um diesem Missstand entgegen- zuwirken schlug Noll einen Bogen zu überflüssigen bürokratischen Hürden, die abgebaut werden müssen, was die CDU in dieser Woche in den Bundestag einbringen wird. „Noch nie waren die Halbwertzeiten der Gesetze so kurz wie in der letzten Zeit“, so Noll. „Die aufgesetzte Bürokratie ist eine zeitfressende Krake. Die Unternehmen werden überflutet mit Gesetzen, Erlassen, Verfügungen und Regelungen. Die Bürokratie erstarrt den Arbeitsmarkt.“ 
Noll vertrat die Auffassung, dass der Staat sich auf seine Kernaufgaben besinnen sollte und der Bürger wieder mehr Verantwortung übernehmen muss. Sie ist der Auffassung, dass der Bürger bereit ist, für einen sicheren Arbeitsplatz auch mehr zu arbeiten. Die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland lassen sich nur aufhalten, wenn das Arbeitsrecht in Deutschland verändert wird, so Noll.

Der Abend machte deutlich, dass der Dialog zwischen Politikern und Bürgern gewünscht wird und gepflegt werden sollte. VHS und Europa-Union werden als überparteiliche Verbände auch in Zukunft diese Partner nicht nur in Festsälen sondern auch an anderen ungewöhnlichen Orten zusammenbringen, so Fragemann und Mayer.

Vor dem Vortrag und der anschließenden Diskussion konnte sich die Besucher die modernen Produktionsanlagen der Haaner Felsenquelle ansehen. Das Ehepaar Römer zeigte die neue Abfüllanlage für die nun auch in Haan vielfach nachgefragten Plastikflaschen.