Europa-Union Haan im NATO-Hauptquartier
Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit


Die NATO hat keine Waffen und lässt sich auch nicht auf das Militärische reduzieren. Wozu dann noch die NATO bei so vielen nationalen Armeen? Warum nicht eine europäische Armee? Gleich drei ranghohe NATO-Offiziere standen 30 Haanern im militärischen NATO-Hauptquartier SHAPE in Mons südlich von Brüssel Rede und Antwort.

"Main gate" von SHAPE
„Vigilia Pretium Libertatis“ – „Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit“, so steht es auf dem Eingangsteppich zum NATO-Hauptquartier, wo die 30 Haaner von Oberstleut- nant Martin Fuchs empfang- en wurden. Und in dem zweistündigen sehr anschau- lichen Vortrag machte Fuchs deutlich, dass es zu einem permanenten Wandel in der NATO gekommen ist. 


Die NATO, ein Kind des kalten Krieges mit einem klaren Feindbild, wurde immer mehr zu einer politischen und militärischen Organisation, die auf weltweite destabilisierende Faktoren reagiert. So ist die NATO hellwach bei Terrorismus und ethnischen Konflikten. Sie wird sich zukünftig zusehends bei Umweltkatastrophen, bei ultra nationalistischen Bewegungen, bei organisierter Kriminalität oder auch bei ethnischen Konflikten einbringen - wenn es die Politiker wollen. Das internationale vielfältige Beziehungsgeflecht der NATO dient der Krisenvorbeugung und ist ein Stück Sicherheitsarchitektur.  Die wird immer auf nationale Armeen zurückgreifen, da es keine NATO-Armee gibt. Und wie gut das auf der Führungsebene funktioniert, konnten die Haaner auf den Fluren beobachten. Ein polnischer Soldat ging mit einem deutschen durch die Gänge und sie scherzten in englischer Sprache miteinander. In der Kantine sprachen Belgier mit Spaniern und Briten – beispielhafte internationale Verständigung, von der man sich wünscht, dass sie im Konfliktfall auch funktioniert.

Sehr lebendig war abschließend die Diskussion mit drei NATO-Offizieren. Fregattenkapitän Andreas Kernchen und Oberstleutnant Jörg Wegner von der Luftwaffe, beide für den Einsatz der AWACS-Flugzeuge zuständig, mussten sich den Fragen zur Stellung der Türkei  im Bündnis ebenso stellen, wie der Finanzierung der NATO in Verbindung mit nationalen Interessen. Gerhard Mayer, Vorsitzender der Europa-Union Haan, fragte nach einer europäischen Armee, die doch kostengünstiger als 25 nationale Armeen sein und problemloser einsetzbar sein müsste. Hier waren die drei Offiziere nicht sehr zuversichtlich, da dies eine gemeinsame europäische Außenpolitik voraussetzt. Heiner Fragemann, stellvertretender Leiter der VHS Hilden-Haan, zeigte sich beeindruckt von der informativen Präsentation der NATO durch die drei Offiziere, die es verstanden die Vergangenheit kritisch zu beleuchten und zukunftsweisend für die NATO zu werben.


 Die Reisegruppe am Eingang des SHAPE-Hauptgebäudes







Am Nachmittag blieb noch ein wenig Zeit zu einem Kurzbesuch in der belgischen Hauptstadt Brüssel.
Die meisten Reiseteilnehmer kannten das Atomium, den Großen Markt und das Maneken Pis bereits von früheren Besuchen in der Stadt.
Brüssel Theatre Royale La Monnaie

Buntes Treiben vor dem
Theatre Royale La Monnaie


Neu war für viele jedoch das in den letzten Jahren in der Umgebung des Nordbahnhofs am Boulevard Roi Albert II neu entstandene Gebiet mit modernen vielgeschossigen Bürohäusern, wo auch jetzt noch rege Bautätigkeit herrscht. 





Hier ist auch die neueste Attraktion Brüssels, der "Aerophile" zu finden - ein mit Helium gefüllter Fessel- ballon, von dem aus bei guten Wetter bis zu 30 Personen die Stadt aus 150 Metern Höhe betrachten können.