Auf den Spuren der Geschichte
Volkshochschule und Europa-Union
trafen Freunde in der Normandie

Am frühen Morgen des 6. Juni 1944 nahm die gewaltigste amphibische Invasionsmacht der Geschichte Kurs auf die Küste der Normandie. "Operation Overlord" war der militärische Deckname dieser Unternehmung zur Befreiung Europas von der Nazi-Diktatur. In die Geschichte ging sie ein als D-Day.

Zu den Feierlichkeiten anlässlich des 60. Jahrestages war zum ersten Mal auch der deutsche Bundeskanzler geladen. Doch nicht nur die große Politik traf sich an den Landungsstränden der Normandie. Auch eine Reisegruppe aus Haan und Hilden besuchte nun mit ihren Freunden aus Haans Partnerstadt Eu einige Stätten der Befreiungsaktion der Alliierten.

Die Idee zu dieser Reise war bei einem Besuch in Eu vor einem Jahr entstanden, als der dortige VHS-Leiter, Claude Balandrade, vorschlug, nach langer Zeit wieder einmal gemeinsam mit der Volkshochschule Hilden-Haan (VHS) eine Normandie-Rundfahrt anzubieten. Heiner Fragemann, stellvertretender VHS-Leiter, und Gerhard Mayer, Vorsitzender der Europa-Union Haan, waren  begeistert  und schlugen vor, mit dem Besuch der Landungsstrände einen besonderen Schwerpunkt zu setzen. Sofort wurde mit der Planung begonnen, wobei sich schnell die Hotelkapazitäten als Problem herausstellten. Dennoch gelang es Balandrade, Unterkünfte für die große Gruppe, bestehend aus 43 Deutschen und 37 Franzosen, zu besorgen.

Wie sehr die Ereignisse des 2. Weltkrieges noch im Bewusstsein der französischen Freunde sind, wurde schon beim Empfang der Gruppe im Karossensaal des Schlosses von Eu deutlich. 
 
Mit einer bewegenden Rede begrüßte der Bürgermeister der Stadt Eu, Francois Gouet, wie Staatspräsident Chirac beim Staatsakt mit Bundeskanzler Gerhard Schröder seine "deutschen Brüder".
Claude Balandrade, der neben einer tour d'horizon durch die Geschichte der Normandie an die Pioniere der Partnerschaft zwischen Haan und Eu, Rolf Dillinger sowie Ilse und Hans Steinfeld, erinnerte, machte deutlich, dass aus früherer Erzfeindschaft längst herzliche Freundschaft geworden ist, ohne die leidvolle Vergangenheit zu vergessen.
Heiner Fragemann, der die Tour von deutscher Seite aus vorbereitete und mit Joachim Hartmann, ebenfalls Frankreich-Kenner, die deutsche Gruppe leitete, hatte ein Grußwort von Haans Bürgermeister Martin Mönikes im Gepäck, in dem er die Reisegruppe als "Botschafter für die Idee eines freien, friedvollen Europa" bezeichnete.