Europa-Union und VHS im kleinsten Land der EU
Auf Malta vom deutschen Botschafter Dr. Merten empfangen

35 Haaner und Hildener waren mit der Europa-Union Haan und der VHS Hilden-Haan im kleinsten Land der EU unterwegs, einem Land, das so viele Einwohner hat wie Wuppertal. 

Gerhard Mayer (Vors. Europa-Union) und Heiner Fragemann (stellv. Leiter der VHS) hatten ein Reiseprogramm zusammengestellt, das neben dem kulturellen Pflichtprogramm wieder einige politische Begegnungen berücksichtigt hatte.

Fast zwei Stunden nahm sich der deutsche Botschafter auf Malta, Dr. Merten, Zeit, um im Deutsch-Maltesischen Zirkel in Valletta die besonderen Aufgaben eines Botschafters auf Malta vorzustellen und zahlreiche Fragen der Reisenden zu beantworten. So erfuhren sie, dass die Maltesische Sprache zu 80 % aus der arabischen Sprache kommt, die Malteser jedoch überzeugte Europäer sind, die aber eine wesentliche Brücken- funktion zum afrikanischen Raum wahrnehmen wollen. Beeindruckend war die Tatsache, dass zunehmend deutsche Firmen auf Malta investieren, weil u.a. das Lohnniveau niedriger ist und die Arbeitskräfte sehr zuverlässig sind . So spielen viele Haaner Kinder mit Plastikspielzeug der deutschen Firma Playmobil (700 Mitarbeiter), das auf Malta produziert wird.
 

v.l.n.r. Botschafter Dr. Georg Merten, Vors. der Europa-Union Neu-Ulm, Alois Hertle, Gerhard Mayer (Vors. OV Haan), Heiner Fragemann (stellv. Vors. OV Haan)

Ein weiterer Höhepunkt war der Empfang beim Präsidenten der Maltesischen Labour Party, Dr. Stefan Zringo, (im Beisein von Fernsehen und Fotografen). Seine Partei entsendet die meisten Abgeordneten ins Europäische Parlament, obwohl durchaus nicht alle Parteimitglieder europabegeistert sind. Auch für seine Partei ist die Zustimmung zur Europäischen Verfassung ein Problem. Er wollte sich auch auf hartnäckiges Nachfragen von Mayer und Fragemann nicht festlegen. Malta habe „mediterrane Visionen“ und solle im Rahmen der EU eine eigene Rolle im Mittelmeerraum spielen.

Damit diese Reise politisch ausgewogen blieb, hatten Mayer und Fragemann noch eine Begegnung mit Peter Paul Busuttil, konservative Partei, organisiert. Busuttil ist Bürgermeister der 2000-Seelen-Gemeinde Safir. Ein Reisebus mit europainteressierten Gästen war in seinem Dorf noch nicht gewesen. So wurden die Besucher aus Haan auch freundschaftlich bewirtet. Thema dieser Begegnung: der städtische Haushalt, der ohne eigene Steuereinnahmen von einer Landeszuwendung abhängig ist und wenig Spielraum für kommunale Aktivitäten lässt. Das neue Bürgerhaus wurde nur mit Sponsorengeldern gebaut. Das fördert Gemeinsinn.

Das touristische Programm kam auch nicht zu kurz. Dreimal musste die Reisegruppe kleine Boote, bzw. ein Schiff während der Reise betreten. 

Mit kleinen Fischerbooten ging es zur blauen Grotte und zum blauen Fenster und mit einem Fährschiff zur Insel Gozo. So konnte die Reisegruppe die besondere Insellage und die Verbundenheit Maltas zum Meer eindrucksvoll nachempfinden.
 
Ebenso aufregend die Fahrt mit einem alten maltesischen Linienbus