Rundfunk hautnah erlebt

Während einer Tagestour in das Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens konnten 32 Teilnehmer der Europa-Union Haan hautnah erleben, wie Rundfunk “gemacht“ wird. Die deutschsprachigen Belgier unterhalten in Eupen den Sender BRF, der seit 1977 zwei Rundfunkprogramme, ein Musikprogramm und in begrenztem Umfang Fernsehsendungen produziert. 
 
Beim Gang durch die Studios erklärte eine Redakteurin, wie sie die aktuellen Nachrichten auswählt.

Ein Musikredakteur, der auch die Verkehrsmeldungen spricht, erläuterte die Besonderheiten der richtigen Musikauswahl.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen lernte die Gruppe bei einer Stadtführung die wechselvolle Geschichte dieser Region kennen. Als 1963 Deutsch als Amtssprache zugelassen wurde, stieg auch das Selbstbewusstsein der ca. 73.000 Personen umfassenden deutschsprachigen Minderheit in Belgien.

Das Besondere an diesem Tag war das Treffen mit dem Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Herrn Karl-Heinz Lambertz, in seinem Regierungssitz:

 

Begrüßt wurde die Gruppe vom Kabinettschef, Herrn Erich Bach, der sich in einer lebhaften Diskussion den Fragen der Teilnehmer stellte.

Herr Bach erläuterte z. B. , dass Gesetze, die in Französisch verfasst sind, aus Kostengründen nur teilweise  oder gar nicht ins Deutsche übersetzt werden. Dies führe naturgemäß zu Rechtsstreitigkeiten vor den Gerichten.

Herr Lambertz unterstrich, dass man versuche, innerhalb der Gemeinschaften noch mehr Autonomie zu erreichen; mit dem bisher Erreichten zeige man sich durchaus zufrieden. Fritz Köhler und Klaus Nilgen, die die Gruppe begleiteten, bedankten sich mit einem Europaschal bei Herrn Lambertz, damit er sich vor den belgischen Wetterverhältnissen besser schützen kann.

Die Fahrtteilnehmer
mit Herrn Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz
vor dem Regierungsgebäude