Die kulturellen Grundlagen Europas
Zum Auftakt der Haaner Rathausgespräche 2008 referierte Prof. Dr. Hans-Georg Pott über die kulturellen Grundlagen Europas. Im Namen der Veranstalter, Europa-Union Haan und VHS Hilden-Haan, begrüßte Heiner Fragemann den Referenten.

Prof. Pott stellte seine Ausführungen unter zwei Prämissen:

  1. Kulturgeschichte ist Sinngeschichte, d. h. jede kulturelle Veränderung hat einen Sinn und muss sich in der Realität bewähren. 

  1. Europa wird auch in Zukunft nicht frei von Konflikten sein.

Wichtig ist also, dass Kultur die Barbarei der Vergangenheit überwindet und es schafft, Konflikte in Politik, in  Familie,  Religionen oder Institutionen gewaltfrei zu lösen.

Prof. Pott spannte einen weiten Bogen, um die Grundlagen der europäischen Kultur zu bestimmen: von den Ägyptern, den Juden, dem Orient, dem Christentum, der griechische Antike, dem Mittelalter. Überall finden sich Ansätze, die zur europäischen Kultur führten. Dabei darf man nicht vergessen, dass Nationalismus und Ideologien zu den schrecklichen Ereignissen im 20. Jahrhundert führten.

So kommt Prof. Pott zu dem Schluss, dass Kultur Bestandteil von nationalen Interes-sen sein muss. Erst durch den Blick auf andere Kulturen bieten sich Vergleichsmög-lichkeiten und somit ein Bewußtmachen der eigenen Situation und des anderen Standpunktes. „Kultur ist vergleichende duplizierende Verunsicherung“, die nur dann erfolgreich funktioniert, wenn die Bildung als ganzheitliche Formung des Menschen wieder einen stärkeren Stellenwert auch in unserem Land einnehmen wird.

Nach dem für die Teilnehmer anspruchsvollen Vortrag schloss sich eine lebhafte Fragerunde an, die das Interesse der Teilnehmer an diesem Thema deutlich machte.