Die verkannten Europäer
Gesichter u. Geschichten aus Rumänien

 

21.04.2008 - Die VHS Hilden-Haan, die Europa-Union und das Kulturamt der Stadt Haan eröffneten mit 84 Gästen die Rumänienausstellung von Armin Pongs, einem langjährigen Kenner des Landes. VHS-Stellvertreter Heiner Fragemann begrüßte den Referenten, der über seine Bilder seine ganz persönlichen Eindrücke weitergab. Diese hat er auch in seinem Buch „Die Welt in meinen Augen“ festgehalten. Armin Pongs begann mit Portraits rumänischer Persönlichkeiten, zu denen er eine besondere Beziehung hat.

Es folgte eine Bilderreise durch das Land. Pongs erzählte erstaunliche Geschichten dazu. Beeindruckend der „lustige Friedhof“,  bunt gestaltete Holzkreuze von einem Künstler, der Motive aus dem Leben der Verstorbenen festgehalten hat; oder Rumänien als die ehemalige Mülldeponie Europas. Ausgediente Autos, Busse und Straßenbahnen wurden hier „entsorgt“. Nur ist es mittlerweile so, dass alte Straßenbahnen im Land restauriert werden und nun in Verkehrsmuseen in ganz Europa wiederzufinden sind.

Weiter ging die Reise nach Hermanstadt, Kulturhauptstadt Europas 2007, die noch einen deutschstämmigen Bürgermeister hat. Pongs bedauerte sehr, dass es während und nach der Zeit der Diktatur von den Deutschen versäumt wurde, kulturelle Eigenheiten aufrechtzuerhalten.

Mit dem Beitritt Rumäniens in die EU zu Beginn des Jahres 2007 blühte das Land wirtschaftlich und kulturell auf. Die jungen Menschen dort sind wissbegierig und wollen einen guten Bildungsabschluss erwerben. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Unternehmen (s. Nokia) Rumänien als Produktionsstandort wählen. Und den Rumänen kann man es nicht verdenken, dass sie Europäer sein wollen, wenn sie auch in Zukunft darauf verzichten müssen, Käse nach ihren Methoden herzustellen. Dies wäre nur ein kleiner Nachteil gegenüber den Vorteilen, die das Land nun voranbringen. Die Rumänen werden es bald schaffen, vom Rand Europas in die Mitte zu rücken.