Kunst erlebt:
Ausflug zur Museumsinsel Hombroich


In die niederrheinische Landschaft bei Neuss führte ein Ausflug von Mitgliedern des Stadtverbands Haan der Europa-Union. Unter Führung von Jochen Wingerath galt es, ein ca. 350.000 m² großes Museumsgelände zu erkunden.

"Neuss, Stadtteil Minkel 2" war auf dem gelben Schild kurz vor dem Museumsparkplatz zu lesen. Die Gebäude, die sich dann den Besuchern des entlegensten Neusser Stadtteils offenbarten, entpuppten sich fast alle als begehbare Kunstwerke und Ausstellungshallen, die von dem Architekten Erwin Heerich aus Backsteinen erschaffen wurden:

Insel Hombroich, Turm (Erwin Heerich)

Die an der Erft gelegene Gartenlandschaft des Museumsparks mit bunten Wiesen, Kopfweiden, Teichen, vielen Fröschen, Schwänen und anderen Vögeln (sogar Nilgänsen) werden von mit Rheinkies belegten Wegen durchzogen und machen einen typisch niederrheinischen Eindruck. Dennoch ist alles künstlich angelegt. Die Grundlagen legten bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts die bekannten Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné und Maximilian Weye. 

Insel Hombroich, Kopfweiden und Nilgans

Nach dem Weg vorbei an großen Findlingen finden sich im Inneren der Backstein- gebäude Gemälde und Skulpturen namhafter Künstler, deren Werke oft nur in altehrwürdigen Großstadtmuseen zu finden sind. Zusammengetragen wurde alles von dem aus Benrath stammenden Immobilienmakler und Kunstsammler Karl-Heinrich Müller. Die vielen Kunstkennern bekannten kleinen Schildchen mit Namen der Künstler und den Titeln ihrer Werke suchen die Besucher hier allerdings vergeblich an den Wänden. So kann sich, unbeeinflusst von großen Namen, jeder sein eigenes Bild vom Gesehenen machen. 

Insel Hombroich, Findlinge

Wer allerdings zu "Anatols Haus" kommt, weiß in der Regel, dass hier die Werkstatt des Beuys-Wegbegleiters Anatol Herzfeld ist:

Insel Hombroich, Anatols Haus

Nachdem sich die Besuchergruppe aus Haan in der Cafeteria gestärkt hatte, blieb auch noch etwas Zeit, einen Blick auf die auf dem Gelände der nahegelegenen, ehemaligen Raketenstation errichteten Gebäude zu werfen. 

Vorbei an von Erwin Heerich entworfenen Ateliergebäuden führt der Weg auf eine Anhöhe mit großem Rundumblick, wo der japanische Architekt Tadao Ando das alle beeindruckende Ausstellungsgebäude der Langen Foundation errichtet hat: 

Raketenstation, Ausstellungsgebäude der Langen Foundation (Tadao Ando)