Energie 2020 - Europa mischt mit

Georg Wilhelm Adamowitsch, Staatssekretär a. D. im Wirtschaftsministerium in Berlin, Haaner Bürger und Mitglied der Europa-Union in Haan, eröffnete mit seinen Ausführungen über die europäische Energiepolitik die sechsten Haaner Rathausgespräche.

Vor ca. 30 Zuhörern machte er deutlich, wie abhängig Europa von Gas- und Ölliefe-rungen aus dem Ostblock ist. Zudem ist absehbar, wann diese Energieträger nicht mehr vorhanden sein werden.

Um mehr Unabhängigkeit gerade bei der Stromerzeugung zu erreichen, hat die EU festgelegt, den Anteil an erneuerbaren Energien (Wind, Wasser, Solar)  bis 2020 von jetzt 7% auf 20% zu steigern. Dies bedeutet nicht nur eine Ausweitung der Investitionen in entsprechende Anlage. Sie müssen auch finanziert werden. Das Leitungssystem muß erheblich ausgeweitet werden, um die Vernetzung der Stromversorgung in der EU zu gewährleisten. Strom „fließt“ nicht, denn das, was in das Netz eingespeist wird, muss an anderer Stelle entnommen werden. Zwar bestehen bereits Vorstellungen, Strom zu speichern, zurzeit ist dies noch Zukunftsmusik. 
Weitere 20% Stromeinsparung will die EU durch Ausweitung der Energieeffizienz erreichen, z. B. durch energiesparende Leuchtmittel, Stromsparende Haushaltsgeräte, oder auch dadurch, kostengünstigen Strom dann zu verbrauchen,  wenn Windanlagen besonders viel Strom produzieren. 

Die Politiker in den EU-Ländern haben diese Probleme bislang vernachlässigt und (noch) keine Konzepte entwickelt. Hier könnte der Europäische Gerichtshof fehlende Aktivitäten zum Netzausbau einfordern und empfindliche Strafen verhängen.

Im Anschluss stellten die Zuhörer Fragen an Herrn Adamowitsch, die das Interesse an dieser nicht einfachen Thematik deutlich machte.