Eurokrise - Krise Europas ?
Eigentlich sollte Prof. Gerd Wassenberg seinen Vortrag bereits im April im Rahmen der Haaner Rathausgespräche der Europa-Union Haan halten. Leider war er zu diesem Termin verhindert.

v.l.n.r. Fritz Köhler, Heiner Fragemann, Prof. Gerd Wassenberg

Als engagierter Europäer – Prof. Wassenberg führt den mitgliederstärksten Kreisverband der Europa–Union NRW in Geilenkirchen – ist Europa für ihn eine Erfolgsgeschichte, die man nicht mehr zurückdrehen sollte. Wirtschaftlich hat sich die EU mittlerweile zur größten Wirtschaftsmacht der Welt entwickelt. Dabei dauert der Prozess, eine Harmonisierung in der Wirtschaftspolitik zu erreichen, weiter an. Obwohl die EU mit nur 1,8 % Inflation und einem realen Wirtschaftswachstum von ebenfalls 1,8 % im Vergleich zu anderen Regionen sehr gut dasteht, können die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise zurzeit noch nicht überblickt werden. „Wir sind an der Krise noch nicht vorbei!“, so Wassenberg.

Damit große Banken und Versicherungen den Staat in Krisensituationen nicht unter Druck setzen können, fordert Wassenberg eine Wettbewerbspolitik, die sich auf die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) konzentriert. Für die Zukunft stellen Bildung und Forschung wichtige Bereiche für die Weiterentwicklung der EU dar. Neue Technologien müssen schnell umgesetzt werden. Hierzu gibt es Mobilitätsprogramme zum Austausch von Professoren und Studenten. Das deutsche duale Ausbildungssystem gilt mittlerweile EU-weit. Regional- und Sozialfonds sollen wirtschaftliche und menschliche Benachteiligungen ausgleichen.

In der anschließenden Diskussion wurden auch kritische Stimmen laut, die sich mit der aktuellen Finanzsituation Irlands und Griechenlands beschäftigten.