Ursachen und Konsequenzen der Eurokrise

Zum Auftakt der diesjährigen Rathausgespräche war der Prof. der Wirtschaftswissenschaften Dr. Wolfgang Eibner zu Gast, der als Mitglied der Europa-Union Haan den Zuhörern anschaulich das schwierige Thema der Staatsverschuldung und die daraus resultierende weltweite Finanzkrise nahe brachte.


Nachdem die amerikanischen Banken zur Absicherung ihre Hypothekenrisiken in sogenannte „Subprime“-Papiere bündelten und Banken und andere Institutionen in aller Welt diese Papiere mit der Aussicht auf fette Renditen kauften, platzte die Blase und im September 2008 musste Lehman Brothers Insolvenz anmelden. Um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern, verschuldeten sich die europäischen Regierungen und versorgten die Banken mit frischem Geld zu einem äußerst niedrigen Zinssatz. Einige Krisenländer wurden von den Ratingagenturen herabgestuft, so dass die Banken nun saftige Risikozuschläge für ihre Kredite verlangten. Im Augenblick besteht die Gefahr, dass sich diese Situation zu einer Weltwirtschaftskrise ausweiten könnte, wenn einzelne Länder nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Kredite zurückzuzahlen.  Rettungsversuche wie Austritt aus der Währungsunion, Staatsbankrott, Eurobonds, Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB und der Euro-Rettungsschirm zeigen nicht die erhofften Erfolge.


Würde z. B. Deutschland aus der Währungsunion austreten und zur DM zurückkehren, würden die deutschen Exporte einbrechen  und die deutsche Volkswirtschaft in eine schwere Depression stürzen. Für Griechenland wäre ein Ausstieg evtl. sinnvoll, da eine neue abgewertete Währung Drachme die Wettbewerbsfähigkeit (Tourismus) wiederherstellen könnte.

Um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen, fand Prof. Eibner folgende Maßnahmen sinnvoll:

    • Regulierung der Finanzmärkte, insbesondere der Derivate,
    • eine Finanzmarkt-Transaktionssteuer,
    • strenge Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken
    • Einführung einer europäischen Ratingagentur.

Nach einer lebhaften Diskussion verabschiedeten Heiner Fragemann von der VHS Hilden-Haan und Fritz Köhler von der Europa-Union Haan Prof. Eibner mit einem symbolischen Regen-Rettungsschirm.