50 Jahre Élysée-Vertrag

multimediale Zeitreise zum deutsch-französischen Jahr
von und mit Ingo Espenschied

Seine erste Veranstaltung als neu zertifizierte Europaschule konnte das Gymnasium Haan am 11.10.2013 ausrichten. Auf Initiative der Europa-Union Haan gestaltete der Journalist Ingo Espenschied seine am Vorabend bereits für die Haaner Öffentlichkeit angebotene „Live-Dokumentation“ für eine ausgewählte Zahl an Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen EF, Q1 und Q2 des Gymnasiums.

Den Rahmen für sein Thema bildete das fünfzigjährige Bestehen des sogenannten Élysée-Vertrages, und damit des Ursprungs der intensiven freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands und Frankreichs.

v.l.n.r.: Begrüßung durch Heiner Fragemann (VHS Hilden-Haan) und Fritz Köhler (Europa-Union), Cornelius Tonn (Steuergruppe Europaschule) und Ingo Espenschied

Herr Espenschied spannte in seinem auf eine Kinoleinwand in der Aula projizierten multimedialen Vortrag den Bogen von der Spätantike bis ins Jahr 1963.

Hierbei verdeutlichte er, dass der Begriff der „Erbfeindschaft“ zur Charakterisierung der deutschfranzösischen Beziehungen eigentlich erst aus dem 19. Jahrhundert stammt und beleuchtete die Entwicklungen besonders seit dem deutsch-französischen Krieg 1870/1871. Dabei verband er in gelungener Weise die geschichtlichen Entwicklungen mit der persönlichen Lebensgeschichte des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer und des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, die diesen Vertrag 1963 unterzeichneten.

Herr Espenschied arbeitete heraus, dass die Karrieren der beiden Staatsmänner erst unterschiedlich verliefen. Konrad Adenauer schaffte bereits früh den politischen Durchbruch, als er schon im Jahr 1917 zum Oberbürgermeister von Köln und nach Ende des 2. Weltkrieges zum ersten deutschen Bundeskanzler wurde. Demgegenüber machte de Gaulle im 1. und 2. Weltkrieg Karriere als Offizier und später als General der französischen Streitkräfte.

Beide Staatsmänner begegneten sich sehr spät, da de Gaulle erst im Jahr 1958 zum ersten Präsidenten der 5. Republik in Frankreich gewählt wurde. Umso mehr hob Espenschied die Tatsache hervor, dass die deutsch-französischen Beziehungen unter diesen beiden Staatsmännern schnell sehr hohe Bedeutung insbesondere in Deutschland bekamen. Besonders im Jahr 1962 - also in der Phase, die der Vertrags- unterzeichnung direkt vorausging - kam es bei Besuchen des französischen Präsidenten in mehreren deutschen Städten zu wahren Begeisterungsstürmen der deutschen Bevölkerung.

Herr Espenschied wusste seinen Vortrag so zu gestalten, dass er mit Unterstützung von vielen Bildern und Filmsequenzen das Interesse der anwesenden Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer wecken konnte. Auch diejenigen, die - im Gegensatz zu den Französisch- und Geschichtskursen der Oberstufe - mit dieser Thematik weniger in Berührung kommen, zeigten sich aufmerksam und vom Vortrag des Journalisten angetan. Im Vortrag war auch Platz für Anekdoten. So zeigte Herr Espenschied in einem Filmausschnitt, dass Bundeskanzler Adenauer nach der Vertragsunterzeichnung von einem Mitarbeiter von hinten in Richtung des französischen Präsidenten geschoben werden musste, um mit ihm den „Bruderkuss“ auszutauschen.

Herr Espenschied präsentiert ein Bild des Deckblattes des Élysée-Vertrages

Cornelius Tonn, Vorsitzender der Steuergruppe Europaschule des Gymnasiums, bedankte sich bei der Europa-Union mit ihren Vertretern,  Fritz Köhler als Vorsitzendem und Heiner Fragemann als stellvertretendem Vorsitzenden, die die der Schule die Veranstaltung anlässlich der Zertifizierung zur Europa-Schule des Landes Nordrhein-Westfalen zum Geschenk gemacht hat.