Europa-Union Haan und VHS Hilden-Haan
 beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg

Eine 30-köpfige Reisegruppe der Europa-Union Haan und der Volkshochschule Hilden-Haan startete am frühen Morgen des 2. Oktober 2014 zu einer Tagesfahrt in das Großherzogtum Luxemburg.

 

Ziel waren hauptsächlich die Gerichte der Europäischen Union auf dem Luxemburger Kirchberg. Nach Eintreffen im Gerichtsgebäude bekam die Gruppe zunächst per Video einen kurzen Überblick über die Geschichte und die aktuellen Zuständigkeiten der drei in Luxemburg ansässigen Gerichte der Europäischen Union:

·        Der Gerichtshof

·        Das Gericht

·        Das Gericht für den öffentlichen Dienst

Eine aus Deutschland stammende Gerichtsdolmetscherin beantwortete im Anschluss kompetent und ausführlich zahlreiche Fragen der Besucher. Da die EU mittlerweile aus 28 Ländern mit fast ebenso vielen Sprachen besteht, üben die Gerichtsdolmetscher eine wichtige Funktion aus. Sie übersetzen nicht nur simultan bei den Gerichtsverhandlungen, sondern auch die Dokumente zur Vorbereitung der Verfahren sowie später die Entscheidungen der Gerichte. Die Übersetzter sind daher meist Volljuristen, oft mit Kenntnissen gleich mehrerer Fremdsprachen. Obwohl jede EU-Sprache bei den Gerichten Verhandlungssprache sein kann, finden alle Beratungen der Richter untereinander in französischer Sprache statt, so dass für jeden Richter, der an die europäischen Gerichte berufen wird, perfektes juristisches Französisch Pflicht ist.

Daneben wurde die Funktion der Generalanwälte erläutert. Sie sind nicht mit deutschen Staatsanwälten zu verwechseln, die meist die Staatsmacht gegenüber Angeklagten vertreten, sondern unabhängige juristische Gutachter, deren Empfehlungen von den Gerichten oft gefolgt wird.

Nach so viel Theorie folgte ein ausführlicher Rundgang durch die Gerichtsgebäude, die von einem französischen Architekten entworfen wurden. Lichtdurchflutete Hallen mit weiten Treppen, gesäumt von Kunstwerken aus den EU-Mitgliedsländern,  führen zu den verschiedenen Gerichtssälen. Besonders beeindruckend der große Saal des Gerichtshofshofs, an dessen Richtertisch 13 Richter Platz finden.

 

Am Nachmittag folgte dann noch eine Stadtführung durch die Innenstadt Luxemburgs. Von der Place Guillaume II ging es zunächst in die „Kathedrale unserer lieben Frau“ (Notre Dame), vorbei am Sitz des Ministerpräsidenten und einigen Ministerien zum Parlamentsgebäude, dann über einen Teil des Wenzel-Rundwegs mit Ausblicken auf den Stadtteil Grund bis zum Heilig-Geist-Plateau, dem Sitz der luxemburgischen Justiz.

 

Mit vielfältigen Eindrücken die die Reisegruppe dann die Rückfahrt nach Hilden und Haan an.