Haaner Rathausgespräch zum "Brexit"


Am 21. November hatten die Europa-Union Haan und die VHS Hilden-Haan in den historischen Sitzungssaal des Haaner Rathauses geladen, um mit Robert Butschen, Referent für Außenwirtschaft der IHK Düsseldorf, über die Auswirkungen des Brexits, also des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU, für die europäische Wirtschaft zu diskutieren.

Durch das Referendum werde ein langwieriges Verfahren in Gang gesetzt. Allerdings seien Wechselkursverluste des Pfundes zum Euro bereits eingetreten, daher wappnen sich Finanzinstitute und Zentralbanken für mögliche Finanzmarktturbulenzen. Um das Austrittsverfahren offiziell einzuleiten, muss Großbritannien dem Europäischen Rat seinen Beschluss zunächst mitteilen, die sich dann auch für die deutschen Unternehmen eintretenden Änderungen würden erst in zwei bis möglicherweise sogar fünf Jahren ergeben und sei zudem abhängig davon, wie die Vertragspartner die zukünftigen Beziehungen regeln.
 
Robert Butschen zeigte dazu verschiedene denkbare Szenarien auf:

Zwischen einem Drittstaat-Status im Rahmen der Mitgliedschaft in der World Trade Organization (WTO) und der Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens sei einiges denkbar.
Die Lösung, dass Großbritannien die EU verlässt, aber dem europäischen Wirtschaftsraum beitritt, hält Experte Butschen für eher unwahrscheinlich: "Damit würden zwar die Grundfreiheiten des freien Verkehrs von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Menschen wieder gelten. Allerdings müsste Großbritannien auch weiter in die EU-Kasse einzahlen, könnte aber die EU-Politik nicht mitgestalten".

Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt auf die deutschen Unternehmen mehr Bürokratie zu.